Laptop-Recycling Revisited

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13.09.2020

Ich habe vor vielen Jahren einen Artikel in der iX verfasst, der sich mit einer Möglichkeit beschäftigt, ausrangierten Laptops mit einem noch funktionierenden Bildschirm einer sinnvollen Zweitverwertung zuzuführen.

Damals ging es darum, auf alten Laptops Linux über das Netzwerk zu booten und auf ihnen Linux mit einem X-Server zu starten. diese verschiedenen X-Server wurden dann mittels xdmx über das Netzwerk zu einem zusammengefasst, so dass die Laptop-Displays zu einem riesigen virtuellen Bildschirm verschmolzen.

Nachdem ich entdeckt habe, dass die ursprüngliche Version eines KeyboardVideoMouse-Umschalters in Software namens Synergy Löhnware geworden war, war ich sehr traurig. Neulich stellte ich jedoch fest, dass es einen Open-Source-Fork namens Barrier entstanden war.

Daraus entstand folgende Idee: Alte Laptops, deren Akkus nicht mehr funktionieren und die statt dessen ständig einen Stromanschluss brauchen oder auch einfach heutzutage nicht mehr in der Lage sind, zeitgemäße Leistung zu entwickeln könnte man als Zusatzbildschirme wie folgt integrieren: Nach Anschalten des Laptops starten sie sofort und booten Linux - am Anmendebildschirm ist der Barrier-Client bereits gestartet, so dass man vom Hauptcomputer aus nahtlos Maus- und Tastaturfokus auf den Laptop verlagern und sich einloggen kann. Dann kann man den Laptop bequem mit Maus und Tastatur des Hauptrechners steuern.

Maus und Tastatur des Laptops werden nicht mehr benötigt - de Body des laptops kann damit platzsparend zum Beispiel hinter dem Bildschirm des Hauptrechners verborgen werden, so dass nur noch das Display sichtbar ist.

Das habe ich ausprobiert und die Installation läuft bei mir sehr zufriedenstellend - besonders weil der Laptop derjenige ist, mit dem ich damals den iX-Artikel verfasst habe - heute ist er sogar einem Raspberry gnadenlos unterlegen und kann viele der heutigen Webseiten nicht mehr darstellen weil die so mit Animationen, Werbung und Javascript überfrachtet sind, dass 1 GB, 1 Core und 1 GHz dafür nicht mehr ausreichen. Wofür er aber noch mühelos ausreicht ist, Terminalanwendungen darzustellen. Diese Tatsache zusammen mit dem Fakt, dass Barrier automatisch die Zwischenablage zwischen den verbundenen Rechnern synchronisiert und Gnu Screen macht alte Laptops zu idealen Text-Terminals!

Eine Hürde galt es allerdings noch zu überwinden: Umlaute und Klammeraffen funktionierten nicht auf dem Laptop: Mit der physischen, eingebauten Tastatur war es möglich, solche Zeichen einzugeben, über die Tastatur des Hauptrechners nicht. Hier half mir ein Forenbeitrag weiter, der sich über ähnliches bei Synergy beschwerte - damit konnte ich diesen letzten Stolperstein ausräumen und bin nun glücklicher Besitzer eines Text-Terminals!

Falls der oben genannte Forenbeitrag verschwinden sollte - die Lösung war, auf dem Rechner auf dem der Barrier-Server läuft in der Liste der unterstützten Sprachen (Tastaturlayouts) US-Englisch als erstes Element zu haben - wenn man dann zum Beispiel das deutsche Layout einstellt, funktioniert dieses dann auch im Barrier-Client.

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Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...

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