Neue Projektidee fürs Homelab

Ich habe ja bereits mehrere Artikel geschrieben, in denen ich darüber berichtete, wie ich - vor allem wegen des Preises - die Raspis in meinem Haushalt gegen sehr preisgünstige gebrauchte Thin-Clients mit Intel- und AMD-Prozessoren ersetzte.

Ich betreibe derzeit mehrere Docker-Server auf heterogener Infrastruktur: Einer läuft euf einem NanoPi Neo3, auf dem auch einer meiner beiden redundanten Nameserver residiert.

Ein weiterer läuft auf einem der besagten Futro Thin-Clients - diese beiden laufen tatsächlich durch.

Der dritte schließlich ist auf einem Intel MiniPC installiert und der wird nur angeschaltet, wenn ich ihn wirklich brauche - denn bei ihm handelt es sich um ein sehr leistungsfähiges - und entsprechend stromhungriges - Exemplar. Auf dem läuft - und vielleicht demnächst: lief - auch mein Gitlab-Server.

Da ich ja aktuell gerade darüber nachdenke, Gitlab abzuschaffen überlege ich auch, an der restlichen Infrastruktur Änderungen vorzunehmen: Derzeit könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, meine handgeklöppelten Docker-Hosts zu vereinheitlichen und mittels Proxmox zu verwalten. Dazu würde ich gerne eine Installation von mindestens zwei Futros benutzen.

Ich habe dazu zunächst erst einmal überlegt, wie die Stromkosten aussehen würden - unter der Annahme, dass diese (und ich habe hier drei Compute-Nodes angenommen) rund um die Uhr laufen und ich als Storage eine in einem der Geräte verbaute Sata-SSD benutze ergaben sich die folgenden Werte für die Infrastruktur:

List of Materials:

  • 1 Switch 1Gb, PoE, 5-Port von Yuanley
  • 3 Futro S920 / S930
  • 3 Netzteile für S920 / S930
  • 1 SSD 240Gb
  • 1 Raspi 7-Zoll HDMI LCD-Display
  • für die Messung des Verbrauchs: handelsüblicher Baumarkt-Zwischenstecker für die Messung von Strom, Spannung und Leistung
Im Idle-Zustand ergab das einen Verbrauch von 48 W - im Jahr sind das rund 420 kWh. Das ist aus meiner Sicht noch unbefriedigend hoch. Ich wollte zunächst herausbekommen, wie der Verbrauch im ausgeschalteten Zustand aussah - Das Gerät zeigte immer nich 16 W an. Nun wollte ich herausfinden, wieviel davon auf den Switch entfiel - immerhin kein Modell, das mit Low Power wirbt. PoE bräuchte ich in dem Szenario auch nicht. Im Idle-Mode war der Stromverbrauch mit meinem "Messgerät" nicht mehr messbar. Daran lags also nicht. Ich wollte nun wissen, inwiefern das Netzteil eventuell noch Optimierungspotential bietet: daher nahm ich eine Messung mit einem der Futros mit zugehörigem Netzteil vor - im Idle-Modus zog diese Konfiguration 23 W. Danach fuhr ich das System wieder herunter und benutzte zur Versorgung diese Mal mein Labornetzteil - damit lag die Leistungsaufnahme im Idle-Modus bei 32 W. Damit ist klar: Versorgung über ein Labornetzteil fällt schon mal aus.

Ich liebäugele derzeit damit, ein entsprechend ausgelegtes Laptop-Netzteil anzuschaffen, so dass ich in der Lage wäre, mehrere Futro-Thin-Client mit nur einem Netzteil mit Strom zu versorgen. Diese Geräte haben ja einen etwas gewöhnungsbedürftigen Eingangsspannungsbereich von 19-21 V. Dafür gibt es aber geeignete Netzteile, die man entsprechend adaptieren müsste: der verbaute Anschluss müsste geteilt werden, so dass mehrere Endgeräte versorgt werden können. Das stellt aber weiter kein Problem dar - wenn man erst einmal über die benötigten Hohlstecker verfügt... Im Zweifelsfall kann man auch einfach die mitgelieferten Netzteile zweckentfremden und in das fest verbaute Anschlusskabel eine Steckverbindung einbauen, damit man den Teil mit dem Hohlstecker an das neue Netzteil adaptieren kann. Eine Lösung findet sich da immer...

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