Als ich mich neulich mit einer Idee für eine Java-Anwendung beschäftigte wurde schnell klar, dass das eine Kommandozeilenanwendung werden würde, die über eine so große Flexibilität verfügen würde, dass eine robuste Möglichkeit zum Parsen von Kommandozeilenparametern eine Grundvoraussetzung für das Gelingen wäre.
Also machte ich mir zunächst einmal Gedanken darüber, welche Anforderungen ich an eine solche Bibliothek stellen würde.
Als Erstes würde ich fordern, dass jeder Parameter eine Kurz- und eine Langform hätte - also es zum Beispiel einen Parameter gäbe, der mittels -o und mittels --output anzusprechen wäre
Es müsste Parameter geben, die einfache Schalter wären und solche, die einen Wert zugewiesen bekommen könnten. Also etwa -v als Schalter für ausführliches Logging gegenüber -i input.txt als Beispiel für einen Parameter, der einen Dateinamen enthalten soll.
Schalter-Parameter sollten zusammenfassbar sein. Statt -v -a -b sollte es also möglich sein (und dasselbe Ergebnis haben), -vab zu schreiben.
Parameter sollen als obligatorisch gekennzeichnet werden können und diese Tatsache soll beim Parsen der Kommandozeile geprüft werden.
Es soll möglich sein, Parameter, die einen Wert zugewiesen bekommen auch mehrfach auf der Konnadozeile anzugeben - daraus soll dann eine Liste von Werten entstehen, die die Anwendung benutzen kann. Auf der Kommandozeile soll also zum Beispiel -c base.cnf -c user.cnf möglich sein.
Es soll möglich sein, für Parameter Default-Werte zu vereinbaren. Schalter haben prinzipiell den Default-Wert False. Dadurch ist es nicht nötig, für Schalter-Parameter etwa zwischen -v und +v zu unterscheiden.
Für Parameter sollen Beschreibungstexte angegeben werden, aus denen das Framework selbstständig einen Hilfetext generieren kann, der ausgegeben wird, wenn als Parameter -h oder --help angegeben wird.
Das Framework sorgt dafür, dass die Anwendung nach Ausgabe des Hilfetextes beendet wird, wenn es beim Parsen der Kommandozeile auf -h oder --help stößt.
Es soll möglich sein, zu spezifizieren, dass Parameter nicht nur simple Strings als Werte haben, sondern mindestens auch Ganzzahlen oder Gleitkommazahlen (Integer und Float/Double)
Für Parameter soll es möglich sein, Validierungen anzugeben, die beim Parsen der Kommandozeile sofort geprüft werden.
Schlägt die Prüfung einer solchen Validierung fehl oder fehlt ein als obligatorisch markierter Parameter ohne Default-Wert, soll das Framework nach Ausgabe einer aussagekräftigen Fehlermeldung die Anwendung ebenfalls sofort beenden.
Die Hilfetexte und Beschreibungen sollen internationalisierbar sein, die Kurz- und Langformen der Parameternamen müssen nicht internationalisierbar sein.
Die Bibliothek soll nur minimale Abhängigkeiten zu weiteren Bibliotheken / Komponenten mitbringen - idealerweise ist ihre einzige Abhängigkeit die zu einer Komponente für das Logging.
Alle Argumente, die nicht als Parameter geparst werden können, werden in einer Liste gesammelt und der Anwendung übergeben. Um auch Zeichenketten, die Kurz- oder Langformen von Parametern entsprechen an die Anwendung übergeben zu können existiert ein spezieller Parameter - zum Beispiel -- - der das Parsen beendet und alle dahinter folgenden Argumente ungeparst an die Anwendung weiterreicht.
Derzeitig ausdrücklich nicht im Fokus eines solchen Frameworks stehen komplexere Abhängigkeiten wie etwa bestimmte Parameter nur dann zu Pflichtparametern zu machen, wenn bestimmte Schalterparameter gesetzt (oder nicht gesetzt) sind. Solcherart komplexere Zusammenhänge müssen durch die jeweilige Anwendungslogik selbst beschrieben und validiert werden.
Es wäre schön, wenn ich eine bereits vorhandene Bibliothek benutzen könnte und diese unter einer (mir) angenehmen Lizenz wie etwa der MIT License oder der Apache License verfügbar wäre.
Ich werde nach einer ersten Analyse verfügbarer Libraries Picocli einer genaueren Analyse und ausführlichen Tests unterziehen (Lizenz: Apache License 2.0).
Ticketsysteme sind lebende Wesen
29.03.2020
Hier zunächst wieder eine Triggerwarnung: Dieser Artikel wird meine Meinung abbilden. es kann sein, dass sie dem einen oder anderen nicht gefällt - das ist mir aber egal. Und wenn hier irgendwelche Schneeflocken mitlesen, dann sind die selber schuld.
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Wer daran teilhaben und eventuell sogar davon profitieren möchte, muss damit leben, daß ich hin und wieder kleine Ausflüge in Bereiche mache, die nichts mit IT, Administration oder Softwareentwicklung zu tun haben.
Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...
PS: Meine öffentlichen Codeberg-Repositories findet man hier.