Barenboim-Said Akademie

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09.12.2016

Die Barenboim-Said Akademie in Berlin - man könnte wieder mal meinen, Mark Twain habe es damals schon gewusst...

Diese Akademie - gerade erst gegründet - ist etwas, das in mir Dinge hochkochen lässt, die ich eigentlich lieber unterdrücke. Als ich am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit von ihrer Gründung erfuhr, habe ich das erstmal unter "Wolkenkuckucksheim eines militanten Elfenbeinturmbewohners" abgetan. Mal ehrlich: Durch die musikalische und philosophische Unterrichtung von nicht mal 40 Leuten in Europa den Nahost-Konflikt lösen zu wollen - wer da nicht sofort anfängt so sehr zu lachen, dass er den Schluckauf nicht mehr verhindern kann, der sollte sich sofort untersuchen lassen!

Aber ich dachte - OK, vergiss es, sobald Du aus dem auto steigst. Dann kam es jedoch: Aufgenommen wird nur, wer außergewöhnliche musikalische Talente hat (ok, versteh ich) und über eine weltoffene Anschauung verfügt und offen für neue Ideen ist. Das ist ja genau So., wie eine Fahrschule zu gründen und als Bedingung für die Aufnahme zu stellen, dass man einen Führerschein hat. Nee danke - so macht sich die Linke nur weiter selber kaputt: Eine selbsterfüllende Prophezeiung in einer selber gebauten Filterblase, damit die Realität nicht zu nahe an uns rankommt - Klasse, die Herren Barenboim und Said!

Für so eine Spinnerei werden Steuergelder verschwendet? Ich bin normalerweise ja jemand, der nicht drüber nörgelt, dass Steuern bezahlt werden, weil ich mir denke, dass von meinen Feuerwehr und Lehrer bezahlt werden. Aber auch noch zu erleben. dass die Politiker übereinander stolpern, um Gelder dort reinzustecken und bei der Eröffnung gesehen zu werden - ekelhaft.

Warum ich anfangs Mark Twain da reingezogen habe? Ganz einfach: Er ist meiner Ansicht nach einer der Schriftsteller, die man gelesen haben sollte - idealerweise im Original. Denn wenn man über die Aspekte Kinderbücher und lustige Geschichten hinweg ist, entdeckt man, dass er Geschichten geschrieben hat, in denen er Sachverhalte anprangert und wie jeder große Schriftsteller/Poet tut er das so, dass die Geschichten zu Fabeln werden, die zeitlos sind und in jeder Epoche Gültigkeit haben.

Es gab ja schon viele vergleichbare Projekte, die sich immer durch die Gesichtspunkte hervortun: Es wird unfassbar viel Geld hineingesteckt um mit möglichst wenig Menschen (in letzter Zeit häufig Flüchtlinge) möglichst sinnlose Symbolpolitik zu feiern. Das passiert seltsamerweise nur Leuten, die sich selber als die "Guten" sehen - das was ich meine, wenn ich "Gutmenschen" als Schimpfwort verwende.

Eine der Geschichten von Mark Twain hat sich mir bereits beim ersten Lesen eingebrannt - das Zitat habe ich seither nicht vergessen, weil es einen Aspekt unserer Gesellschaft schlaglichtartig aus der fernseh-induzierten Dumpfheit reißt: Die Geschichte heißt: "EDWARD MILLS AND GEORGE BENTON: A TALE".

One winter's night some masked burglars forced their way into the bank, and found Edward Mills there alone. They commanded him to reveal the "combination," so that they could get into the safe. He refused. ... The burglars killed him.

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