Telegraf, InfluxDB und Grafana sind ein eingespieltes Team und einfach ein Traum wenn man IT-Systeme überwachen will - sogar Fritz-Boxen. Nur unter Windows ist das schwer---
Ich sags mal lieber gleich: Die Aussage "unter Windows ist das schwer" trifft nicht auf alle Windows-Installationen zu. Es hängt von der sprache ab - und das kam so:
Es existiert eine Version von Telegraf, die unter Windows nutzbar ist - soweit, so gut. Nachdem man die Installationsanweisungen durchgeführt hat, kann man bereits die ersten Metriken in Grafana visualisieren und denkt nun, dass alles weitere Formsache ist. Weit gefehlt! Dazu zunächst ein kleiner Exkurs: Vergleicht man die beigelegten Telegraf-Konfigurationsdateien unter Linux und Windows, fallen zwei Dinge auf: Die unter Windows ist wesentlich kleiner und unter Windows benutzt Telegraf offenbar die Performance Counter. Will man nämlich nun unter einem nicht englischen Windows (meines ist eine deutsche Version) neue Performance Counter zu Telegraf hinzufügen stellt man schnell fest, dass das nicht geht: Telegraf meldet zwar keine Fehler in der Konfigurationsdatei, aber die Werte werden nicht in InfluxDB geschrieben und beim Test sieht man, dass die neuen Werte ignoriert werden.
Wie habe ich überhaupt die neuen Performance-Counter gefunden, die ich überwachen wollte? Nun, ich habe folgenden Code ausgeführt (Powershell), der die im System verfügbaren auflistet und mir dann interessante herausgesucht:
Get-Counter -List "*" | Select-Object Paths,PathsWithInstances | ConvertTo-Json
Ich habe auch die Counter von der Powershell aus ausgelesen - das funktionierte prima:
Get-Counter "\Arbeitsspeicher\Verfügbare Bytes"
Mit der entsprechenden Konfiguration in Telegraf:
[[inputs.win_perf_counters.object]]
ObjectName= "Arbeitsspeicher"
Counter = ["Verfügbare Bytes"]
Instances = ["------"]
Measurement = "win_mem"
War aber wieder kein Wert auszulesen. Ich sah mir irgendwann den Quellcode genauer an und bemerkte in Zeile 188, dass es die API in Windows zweimal gibt: Es existiert der Aufruf AddCounterToQuery und auch die Variante AddEnglishCounterToQuery. Offenbar ist die interne Logik so, dass der zweite Aufruf gewählt wird, der natürlich mit den deutschen Namen, die mir die Powershell liefert nicht klar kommt. Das musste getestet werden. Hier stellte sich aber als Stolperstein, dass keine einfache Methode existiert, herauszufinden, wie der entsprechende Name lautet.
Glücklicherweise hatte ich bei meinen Powershell-Experimenten Namen gesehen, bei denen ich mir sicher war, dass ich die englische Entsprechung erraten könnte - sie waren System\Prozesse und System\Threads. Damit hatte ich drei Testfälle:
[[inputs.win_perf_counters.object]]
# Example query where the Instance portion must be removed to get data back,
# such as from the Paging File object.
ObjectName = "System"
Counters = [
"Threads",
]
Instances = ["------"]
Measurement = "win_sys"
Das funktionierte - glücklicherweise war die Übersetzung nicht so weit gegangen, das Konzept "Fäden" zu nennen...
[[inputs.win_perf_counters.object]]
# Example query where the Instance portion must be removed to get data back,
# such as from the Paging File object.
ObjectName = "System"
Counters = [
"Prozesse",
]
Instances = ["------"]
Measurement = "win_sys"
Das funktionierte nicht - in der Powershell konnte ich mittels dieses Namens aber den Counter auslesen
[[inputs.win_perf_counters.object]]
# Example query where the Instance portion must be removed to get data back,
# such as from the Paging File object.
ObjectName = "System"
Counters = [
"Processes",
]
Instances = ["------"]
Measurement = "win_sys"
Das funktionierte dann wieder. Jetzt schien also alles wirklich darauf hinauszulaufen, dass ich die mich interessierenden Performance Counter identifizieren und dann die korrepondierenden Namen in englicher Sprache herausfinden musste, um Telegraf dann korrekt zu konfigurieren. Bevor jetzt jemand sagt: "Das ist doch Open Source - stell doch einfach ein Issue ein!" - Das habe ich selbstverständlich bereits getan.
Es hatten übrigens bereits andere vor mir dieses Problem. Man kann das Problem interessanterweise auch anders herum haben. Mich brachte ein französisch sprechender Zeitgenosse der Lösung näher: Die Namen sämtlicher Performance Counter sind für alle Systemsprachen und Englisch in der Registry abgelegt (HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Perflib\009\Counter) - mit einem numerischen Schlüssel über den man die Übersetzung finden kann: Man sucht einfach nach dem Namen, der einen interessiert und merkt sich den zugehörigen Schlüssel - danach geht man in den Registryeintrag für die englische Sprache und sucht nach dem Schlüssel - dadurch findet man dann den korrekten englischen Namen.
Ticketsysteme sind lebende Wesen
29.03.2020
Hier zunächst wieder eine Triggerwarnung: Dieser Artikel wird meine Meinung abbilden. es kann sein, dass sie dem einen oder anderen nicht gefällt - das ist mir aber egal. Und wenn hier irgendwelche Schneeflocken mitlesen, dann sind die selber schuld.
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WeiterlesenManche nennen es Blog, manche Web-Seite - ich schreibe hier hin und wieder über meine Erlebnisse, Rückschläge und Erleuchtungen bei meinen Hobbies.
Wer daran teilhaben und eventuell sogar davon profitieren möchte, muss damit leben, daß ich hin und wieder kleine Ausflüge in Bereiche mache, die nichts mit IT, Administration oder Softwareentwicklung zu tun haben.
Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...
PS: Meine öffentlichen Codeberg-Repositories findet man hier.