Idee für ein Buch (einen Roman?)

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14.08.2015

Ich hatte neulich mal eine Idee für ein Buchprojekt - neben der anderen, von der ich manchmal denke, dass sie großen therapeutischen Wert für mich hätte. Ich schreibe die Grundzüge mal hier auf...

Grundlage für die Idee ist sicher der Netzfeminismus und Genderismus und die besorgniserregende Tendenz, mittels übergroßer politischer Korrektheit nicht nur freie Meinungsbildung einschränken zu wollen, sondern sogar zu versuchen, historische und kulturelle Errungenschaften zu eliminieren:

Wir - die westlichen Zivilisationen - regen sich darüber auf, wenn in Asien Buddha-Statuen gesprengt werden, aber gleichzeitig kommen Repräsentanten dieser ach so offenen, fortschrittlichen und aufgeklärten Gesellschaft auf so abstruse Ideen, ein Werk von Agatha Christie umzutaufen, weil "10 kleine Negerlein" nciht mehr in die Zeit passt. Eines der großen Werke von Mark Twain wollen sie umschreiben, weil darin die Sklaverei so beschrieben wird, wie man sie zu seiner Zeit nun mal gesehen hat.

Die Menschheit lernt ja so schon nichts aus der Vergangenheit - die zwei neuesten Beispiele sind StaSi (Vergangenheit) und NSA (Gegenwart) und McCarthy-Ära (Vergangenheit) und Patriot Act (Gegenwart). Aber der Menschheit verbieten, ihre Vergangenheit zu kennen??

So., nachdem ich mir das mal von der Seele geschrieben habe also zurück zur Buchidee: Ich kann heute nach einer Woche schon nicht mehr genau sagen, welche neue Idee der Gender-IdiotInnen mich letztlich dazu gebracht hat.

Eines der Bücher, aus denen ich richtig viele Ideen für mein Leben bekommen habe ist Robert Merles "Die geschützten Männer". Meine Idee für ein Buch wäre eines, das in der Science Fiction angesiedelt ist - aber ohne Raumschiffe und Strahlenkanonen. Sie hat einen gewissen Bezug zu Robert Harris "Vaterland":

Ich will eine alternative Geschichte der Emanzipation erzählen: ausgehend von der Situation nach dem zweiten Weltkrieg soll es darum gehen, dass die Männer langsam aber sicher unzufrieden werden, da sie immer nur arbeiten sollen: Sie wollen, dass die Frauen ihren Teil der Arbeit übernehmen und sie dafür mehr Zeit mit der Erziehung ihrer Kinder zubringen dürfen.

Aus meiner Perspektive ist es nämlich so, daß von einer Elite aus Frauen, die tollen Jobs nachgehen, allen Frauen ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, wenn sie zu Hause bleiben. Man verstehe mich nicht falsch: Ich unterstütze alle Frauen dabei, sich zu verwirklichen. Nur sollen sie das tun, weil sie wollen - nicht weil der gesellschaftliche Druck oder die finanzielle Situation sie dazu zwingt. Am allerabscheulichsten finde ich übrigens Quotenfrauen. Ich bin immer wieder angewidert, wenn irgend jemand diese Idee wieder mal aus der Mottenkiste holt - sie ist ja scheinbar nicht totzukriegen...

Das ist auch ein hervorragendes Beispiel dafür, dass es immer wieder klappt, Menschen eine bestimmte Perspektive einzureden und alle sie unwidersprochen hinnehmen. Bis vor ein paar Jahren (ja - ich hatte an dem Thema ein persönliches Interesse) war es in Deutschland vollkommen unmöglich, als Vater das Sorgerecht für das eigene Kind zu bekommen. Laut den Buchstaben des Gesetzes hat sich ja auf diesem Gebiet etwas bewegt; Ob es in der Realität tatsächlich Auswirkungen hatte, kann ich von hier nicht beurteilen. Aber ich bin der Meinung, dass diese Perspektive - der gefährliche patriarchale Unterdrücker der Frau - aufgekommen ist als eines der Resultate der Emanzipationsbewegung. Eines der schlechten - neben so vielen anderen guten. Daher möge man diese Idee für ein Buch bitte auch nicht so verstehen, dass ich am liebsten die Emanzipation und alle ihre Errungenschaften austilgen möchte. Es geht mir darum zu zeigen, dass einige Dinge im Zuge dieser großen Bewegungen immer schief laufen und die Menschen die Tendenz haben, dies im Nachhinein unhinterfragt als gegeben hinzunehmen. Beispiel: in der von mir skizzierten geschichtlichen Entwicklung könnte es so sein, dass sich hartnäckig das Bild von der faulen Frau hält - auch Jahrzehnte nach der gesellschaftlichen Umwälzung, die es Männern gestattete, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Am Anfang dieses Prozesses konnte aber von Faulheit bei den Frauen keine Rede sein - sie haben sich schließlich mit aller Kraft dem Nachwuchs und dem Haushalt gewidmet. Ebenso könnte man für die heutige Realität argumentieren: Viele sehen in der Vergangenheit eine Unterdrückung der Frau und die Haltung in Abhängigkeit vom Mann, der als einziger die Möglichkeit hatte, Geld zu verdienen - aber war das wirklich so? Oder vielmehr ein Ausdruck der Arbeitsteilung, die nach der industriellen Revolution die gesamte Gesellschaft durchdrang?

Ich würde hoffen, dass ein solches Buch den einen oder die andere zum Umdenken bringt - dazu, die ideologischen Gräben, die im Geschlechterkampf immer wieder und immer tiefer aufgerissen werden, zu überbrücken und wenigstens im Kleinen damit anzufangen, diese zuzuschütten.

Zum Abschluss noch ein letztes Zitat, das meine Sicht auf ideologische Diskussionen und Zuspitzungen a la "du bist nicht für uns - also bist du gegen uns!" illustriert: (entnommen aus dem Kinofilm "Gandhi") Gandhi: "Wir sollten einen Tag des Fastens und Betens organisieren!" Jinnah: "Sie meinen einen Generalstreik?" Gandhi: "Nein - ich meine einen Tag des Fastens und Betens!"

Artikel, die hierher verlinken

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