Java und (Neo)Vim - der letzte Strohhalm

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10.08.2025

Ich habe bereits mehrmals über Rückschläge und Fortschritte bei meinem Umstieg von "traditionellen" IDEs auf (Neo)Vim berichtet - eine Anforderung meinerseits an ein System zur Entwicklung von Software war dabei bisher unerfüllt geblieben - bisher...

Ich hatte zunächst davon geträumt, in Vim eine Erfahrung nachzustellen, die der aus IDEs gleichkommt - alles Clicky-bunty in Fenstern und so.

Aber ich habe mich in den letzten Tagen - wahrscheinlich, wiel ich wieder einmal auf einen meiner Geburtstage zusteuerte - daran erinnert, dass für mich Debugging das allerletzte Mittel ist. Ich sehe heutzutage Entwickler, die beim ersten Zeichen, dass das Programm nicht tut, was es soll den Debugger starten und dann den Anblick liefern, der mich sofort an einen dressierten Affen anseiner Schreibmaschine erinnert: es wird stakkato-artig auf "Step over" rumgehämmert und das Gesicht zeigt derweil keine Regung.

Forensik benötigt aber Zeit und Nachdenken.

Es gibt im Internet Berichte darüber, dass man mit Vim und Language Servern mit Debug Adaptern tatsächlich das Gefühl einer Debug-Session in jeder x-beliebigen IDE nachstellen kann.

Ich gebe auch zu, dass ich das bereits versucht habe, aber meine intellektuellen Fähigkeiten nicht ausreichten, die vorgeschlagenen Setups mit meinem zu vereinen.

Also kam ich auf die Idee, dass eventuell bereits jemand auf die Idee gekommen war, gdb mit Vim zu verheiraten? Oder - in meinem Fall - jdb?

Natürlich gab es mehrere alternative Lösungen, die genau das getan hatten.

Ich probierte die drei genannten aus - davon funktionierte lediglich VeBugger leidlich, allerdings hatte diese Lösung zwei große Mankos: Das Togglen von Breakpoints funktionierte nur in Klassen - nicht in inneren Klassen (das ist aber - ich muss es zugeben - ein Feature, das ich sehr häufig nutze). Und das Setup wird nicht gespeichert - nach einem Neustart von Vim sind alle Breakpoints verloren und man beginnt erneut.

Ich begann allerdings nicht mit den Plugins - zunächst sah ich mir jdb genauer an - ich gestehe, dass ich Java nun seit fast 30 Jahren nutze, dieses Werkzeug aber bisher ignorierte. Ich muss sagen: Ich war fasziniert: Dieses Werkzeug kann alles, was ein Debugger können muss (es gibt ein Feature - das ich bisher nie vermisst habe, das nicht unterstützt wird: bedingte Breakpoints). Es lassen sich Breakpoints verwalten, beliebige Felder inspizieren, man kann den Call-Stack rauf und runter wandern, es lassen sich Watches definieren und, und, und...

Und was die Breakpoints angeht, die nach jeder Sitzung wieder neu erstellt werden müssen: Die Anwendung kann Kommandodateien einlesen - damit ist das Wiederholen eines Debug-Setup einfach - ein simples Einlesen der entsprechenden Datei und alle Breakpoints und Watches sind wieder aktiv!

Ganz wichtig aber für die ultimative Debug Experience mit JDB ist rlwrap - man sollte jdb immer damit starten - also nicht

jdb -sourcepath <SOURCEPATH> -attach <PORT>

sondern:

rlwrap jdb -sourcepath <SOURCEPATH> -attach <PORT>

Artikel, die hierher verlinken

NeoVim und ausrangierte Plugins

24.08.2025

Ich habe nun seit geraumer Zeit NeoVim im Einsatz im Produktivbetrieb zum Entwickeln - nicht nur - von Software. Dabei hat sich gezeigt, dass ich meinem Ziel, der Philosophie des Einsatzes möglichst weniger Plugins immer näher komme:

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    23.08.2020

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Wer daran teilhaben und eventuell sogar davon profitieren möchte, muss damit leben, daß ich hin und wieder kleine Ausflüge in Bereiche mache, die nichts mit IT, Administration oder Softwareentwicklung zu tun haben.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...

PS: Meine öffentlichen Codeberg-Repositories findet man hier.