pam_nfc und Ubuntu 20.04

02.11.2021

Ich habe bereits verschiedentlich über alternative Möglichkeiten zur 2-Faktor-Authentifizierung unter Linux mittels pam berichtet. Inzwischen stelle ich fest, dass es jedes Mal, wenn ich ein Betriebssystem-Upgrade durchführe zu Problemen mit pam_nfc kommt

Das letzte Mal geschah das beim Upgrade auf Ubuntu 18.04 - damals legte ich einen Fork des Projektes an und verstaute darin die (damals noch marginalen) Änderungen, die man vornehmen musste, um dieses pam-Modul weiterhin nutzen zu können. Drei weitere Jahre sind seither ins Lanf gegangen und die Systemlandschaft in Linux hat sich wieder weiterentwickelt.

Das hatte zur Folge, dass es dieses Mal wieder nicht auf Anhieb funktionierte und nicht so einfach war wie letztes Mal, das Modul wieder zur Mitarbeit zu bewegen. Das schlug sich dann darin nieder, dass ich ein wenig mehr Arbeit damit hatte, das Projekt zur Mitarbeit zu bewegen und das ich während der vielen vergeblichen Build-Versuche ausreichend Zeit hatte, auf Leute zu fluchen, die - da sie nur einen Hammer kennen - jedes Problem als Nagel sehen.

Dieses Mal speziell regte ich mich über die Tatsache auf, dass dieses winzige Projekt mittels auto+conf und automake realisiert war. Ich bin vielleicht zu alt - aber ich verstehe immer noch nicht, wieso man nicht einfach ordentliche Makefiles von Hand schreiben kann. Diese würde jeder noch verstehen können - zumal man diese von Hand erstellten auch mit nützlichen Kommentaren versehen könnte.

Diese unsäglichen, riesengroßen und auf den ersten Blick als maschinell erkennbaren Makefiles, die das Resultat der genannten Tools sind, sind für Menschen komplett unlesbar und unverständlich und daher in Fällen wie diesem auch nicht auf einfache Art korrigierbar. Ich musste tatsächlich einige der C-Dateien von Hand per Aufruf von GCC übersetzen um den Make-Prozess zum Abschluss bringen zu können.

Nun kann man einwenden, dass es meine Schuld ist, dass ich mich nicht mit den Werkzeugen auskenne - aber ich wiederhole: Ich sehe den Nutzuen nicht, der gegenüber dem Schreiben ordinärer Makefiles entsteht - und ich sehen den Nutzen erst recht nicht, wenn das Projekt um das es geht gerade einmal drei oder vier Quelltextdateien aufweist.

Der gesamte Leidensweg ist in der README meines Forks zusammengefasst. Vielleicht beschäftige ich mich noch einmal irgendwann damit und schaffe es, dass das Projekt wieder mittels des eigentlichen Build-Prozesses und ohne Handarbeit erstellt werden kann. Derzeit habe ich allerdings erst einmal keine Lust dazu.

Artikel, die hierher verlinken

Ubuntu Upgrade auf 24.04 - Lessons learned

30.09.2024

Ich hatte letztens ein Issue bei Eye of Gnome eröffnet, wo mir während der Diskussion gesagt wurde, dass ich einfach eine viel zu alte Version einsetze - mit der aktuellen könne das nicht nachvollzogen werden. Das startete eine wilde Reise - Ich verwendete nämlich noch die letzte LTS-Release von Ubuntu (22.04) und führte zunächst ein Upgrade auf 24.04 aus - oder zumindest wollte ich das...

Alle Artikel rss Wochenübersicht Monatsübersicht Codeberg Repositories Mastodon Über mich home xmpp


Vor 5 Jahren hier im Blog

  • xBrowserSync in Docker

    29.03.2021

    Nachdem ich schon längere Zeit nicht mehr über neue Dienste in meinem Docker-Zoo berichtet habe, habe ich in der vergangenen Woche wieder einmal einen Neuzugang begrüßen dürfen...

    Weiterlesen

Neueste Artikel

  • Asymmetrische Kryptographie

    Ich habe mich mit der Idee schon länger getragen: Nochmal einen Rundumschlag zu asymmetrischer Kryptographie zu machen. Dabei werde ich mich auf Demonstrationen der einzelnen Konzepte und Operationen mit Beispielcode konzentrieren und zu jedem der vorgestellten Konzepte mehr oder weniger ausführlich bezüglich der Einsatzszenarien und Vor- und Nachteile Stellung beziehen

    Weiterlesen
  • Windows? Nur noch gegen Bezahlung!

    Ich habe mich nun völlig von Windows - der armseligen Ausrede für ein Computerbetriebssystem aus Redmond - abgenabelt

    Weiterlesen
  • Vergleich Analoger und Digitaler Identitäten

    Eine Präsentation zum besseren Verständnis der Konzepte hinter digitalen Identitäten

    Aktualisierung vom 16. März 2025

    Aktualisierung der Präsentation mit einem Beispiel aus einem Film der 1980er Jahre und Betonung des Fakts, dass das Subjekt überhaupt nicht bemerken muss, dass eine Identität erstellt wird...

    Aktualisierung vom 17. August 2025

    Ein weiteres Beispiel wurde hinzugefügt.

    Aktualisierung vom 30. März 2026

    Aktualisierung der Präsentation: Erläuterung der Möglichkeit, mehr als ein Zertifikat für dasselbe Schlüsselpaar auszustellen und Exkurs zu Transport Layer Security als Beispiel der Forderung des Vorweisens bestimmter Arten digitaler Identitäten.
    Weiterlesen

Manche nennen es Blog, manche Web-Seite - ich schreibe hier hin und wieder über meine Erlebnisse, Rückschläge und Erleuchtungen bei meinen Hobbies.

Wer daran teilhaben und eventuell sogar davon profitieren möchte, muss damit leben, daß ich hin und wieder kleine Ausflüge in Bereiche mache, die nichts mit IT, Administration oder Softwareentwicklung zu tun haben.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...

PS: Meine öffentlichen Codeberg-Repositories findet man hier.